Jury 2015: Jurymitglied Karl-Josef Fuchs
Romantik-Hotel Spielweg, Münstertal

„Wenn die Badische Zeitung vor zehn Jahren einen Wettbewerb ins Leben gerufen hätte, bei dem es um ein Grillmenü in drei Gängen geht, hätte das sicherlich gefloppt“, so Karl-Josef Fuchs, der in der fünften Generation das Romantik-Hotel Spielweg im Münstertal betreibt. „Aber die Dynamik von Feuer und Grill, die da in den vergangenen Jahren aus den USA rüber geschwappt ist, ist enorm. Mittlerweile ist Grillen ja Mainstream.“ Und die Rede ist nicht vom klassischen Würstchen auf dem Schwenkgrill, sondern von Profigeräten wie etwa dem Smoker. „Der braucht schon ordentlich Holz, damit er überhaupt loslegt“, so der Küchenchef weiter. Dann allerdings klappt es auch mit der Rinderkeule – und die wiederum sei für eine Familie allein zu viel. Da sollten dann schon mehrere Gäste eingeladen sein.

Karl-Josef Fuchs grillt mit Begeisterung, wenngleich er auch beobachtet, dass es teilweise seltsame Stilblüten treibt: „Wenn Plätzchen auf dem Grill gebacken werden, ist mir persönlich das zu viel des Guten, weil sich das nicht mit dem Grillaroma verträgt.“

Auch mit veganen Ideen kann er sich nicht so ganz anfreunden, wenngleich er auf das bevorstehende Menü einer Teilnehmerin sehr gespannt ist. „Das liegt vielleicht daran, dass ich Jäger bin und darin auch eine Verpflichtung sehe, unsere Landschaft so zu erhalten, wie wir uns an ihr erfreuen. Ohne Tiere, die auf unseren Weiden grasen, gäbe es bald nur noch Wald.“

Und egal nun, ob vegan oder mit Fleisch – die Kriterien, nach denen Karl-Josef Fuchs bewertet, gelten für alle Teilnehmer gleichermaßen. „Entscheidend ist immer der Geschmack. Nicht verbrannt, nicht zu roh – dass sind Maßstäbe, die für jedes Nahrungsmittel gelten“, sagt Fuchs. Wichtig ist dem Koch auch, dass sich die Teilnehmer an ihr Rezept halten. Zudem verlangt er ihnen eine akkurate und exakte Arbeitsweise ab. „Natürlich schaue ich mir ihren Arbeitstisch an, wie ordentlich er aussieht.“ Seiner Meinung nach habe sowieso schon jeder der Drei gewonnen, allein, weil sie ausgewählt wurden. „Nach oben hin wird die Luft halt dünn und gewinnen kann eben nur einer.“

Redaktion: Christian Klaus (Video), Ulrike Sträter (Text); Kamera: Julian Springhart; Schnitt: Alexander Fleischhauer